Reisebrief «Auf den Spuren der Göttinnen der griechischen Mythologie» 21.5.2013 bis 28.5.2013

Liebe Gabi,

als Du uns von Deiner geplanten Griechenlandreise erzählt hast, war in mir das Gefühl erwacht, dass ich diese Reise gerne miterleben wollte. Ich hatte noch nie eine solch geführte Reise unternommen, so zog sich meine Entscheidungsphase länger hin. Dann fand ich das „Ja“ dazu und war soweit: Bei einem Vorbereitungstreffen lernten wir uns alle kennen.

Bei kalten Temperaturen in Deutschland war es ein Glücksgefühl, sich auf den Weg in den Süden zu machen.

Schon während  der Zugfahrt zum Flughafen nach München waren alle gut gelaunt, wir erlebten das erste Gemeinschafts- und Wir-Gefühl auf dieser Reise. Alles verlief bestens von Dir organisiert und vorbereitet. So landeten wir heiter in Athen.

Bei unserer Ankunft in Athen wurden wir bereits von Carol erwartet, bei der wir die erste Nacht in der „Villa Olympia“ verbrachten. Die Überraschung war gelungen, als Carol uns nachts mit einem Abstecher zur Akropolis überraschte. Ungewohnt warme Luft umhüllte uns, der Duft von Thymian und die beleuchtete Akropolis hießen uns willkommen. Stille lag über der nächtlichen Akropolis: Wir waren angekommen.

Die „Villa Olympia“, Carols Haus, hieß uns herzlich willkommen: Alte Mosaikfliesen, Stuckdecken, Möbel aus vergangenen Zeiten erzählten uns Geschichten und ließen uns teilhaben an dem, was Carol und dieses Haus schon erlebt hatten. Wir waren mittendrin.

Der nächtliche „Empfang“ auf der Dachterrasse des Hauses mit Oliven, Misteln und Ouzo war unglaublich schön. Das Frühstück durften wir mit einem kurzen  Blick zur Akropolis auch auf der Dachterrasse genießen.

Am ersten Tag besichtigten wir die Akropolis in Athen. Solveig gab uns viele Erklärungen als große Kennerin der griechischen Kunstgeschichte und der Mythologie.

AkropolisAthen

Am frühen Nachmittag ging unsere Reise weiter mit dem Bus auf den Peleponnes, nach Xifias, bei Monemvasia. Das kleine griechische Dorf hieß uns willkommen mit dem Rauschen des Meeres, mit Ruhe, Besinnlichkeit und – ohne Touristenrummel.

Das Seminarhaus liegt direkt am Meer, ein Olivengarten direkt am Haus, verschiedene Terrassen mit Blick aufs Meer, Eukalyptusbäume wiegen sich im Wind und verschiedene Skulpturen mit Mosaiken und bunten Fliesenböden ließen uns spüren, dass dies ein besonderer Ort ist.

Blick übers Meer von der TerasseSchlangenskulpturBlick übers Meer

Wir Teilnehmerinnen wohnten in kleinen Appartements, umgeben von Zitronen- und Granatapfelbäumen.

Die Tage begannen  mit Meditationen und Dehnübungen aus dem Yoga auf der Terrasse des Seminarhauses, direkt am tiefblauen Meer. In aller Ruhe konnten wir zu uns kommen, uns spüren und den Tag mit Gelassenheit und Leichtigkeit beginnen. Die ungewohnte Wärme am Morgen, der freie Blick aufs Meer und die achtsame Begleitung in die Meditation durch Dich, Gabi, war der schönste Tagesbeginn.

Meditieren am Meer
Morgens wurden wir auf der Terrasse mit einem liebevoll gerichteten Frühstück verwöhnt. Immer wieder wurden wir von Solveig mit anderen griechischen Köstlichkeiten überrascht.
Der erste Gang durch den Olivenhain ließ mich eine Kraft spüren, die die Bäume umgaben und ausstrahlten. Diese Kraft erfüllte mich. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, inmitten dieser Energie zu stehen.

Olivenhain

An einem Tag machten wir uns auf, um am Strand entlang nach Monemvasia zu wandern. Bereits der Weg war spannend: schöne Steine wurden entdeckt, interessantes und wiederverwertbares Strandgut gefunden, die Landschaft bestaunt oder auch nur die Ruhe genossen.

Wir gönnten uns mehrere Pausen. Gestärkt ging es weiter zu der mittelalterlichen Stadt, die mit der Insel verwachsen scheint. Im Hafen von Monemvasia sahen wir Meeresschildkröten direkt vor uns. Für mich war das alleine schon ein Höhepunkt, diese Tiere so unvermittelt sehen zu können. Das war wunderschön.

Monemvasia, eine mittelalterliche Stadt, ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Hat man diese überschritten, befindet man sich in der von Mauern umgebenen Altstadt mit schmalen Gassen, alten Häusern und einer unvergleichlichen Anmut und Schönheit. Die uralten, glattpolierten Steine der Gassen und Treppen strahlen ihren ureigenen Charme aus. Immer wieder gibt es Aus- und Einblicke, die das Gefühl aufkommen lassen, Teil eines Reiseprospekts oder einer Postkarte zu sein: Das blaue Meer, die Kuppeln der Kirchen, die ineinander verbauten alten Häuser, die bunte Vegetation und die ganz besondere Ausstrahlung dieser bezaubernden alten Stadt.
In Xifias widmeten wir uns den Göttinnen der griechischen Mythologie. Gabi stellte uns die Göttinnen, die wir bereits aus den schönen Workshops kannten, nochmals vor. Und hier, unter freiem Himmel, in der Sonne Griechenlands, gewannen sie in mir eine ganz andere, neue und intensivere Präsenz – sie waren da! Artemis im Olivenhain zu tanzen war ein unvergleichliches Gefühl. Die altgriechischen Gebärden begleiteten uns dabei und ich glaube, jede von uns konnte Neues in und bei sich entdecken und die Charaktere der verschiedenen Göttinnen am Rande oder auch sehr intensiv wahrnehmen. Gabi gab uns immer genügend Zeit, uns damit auseinanderzusetzen, uns evtl. auch etwas zurückzuziehen, um uns dann wieder als Gruppe zusammenzuführen. Jede konnte ihren Weg gehen und wurde doch behutsam dabei begleitet.
Wir waren Aphrodite, Artemis, Demeter, Hera, Hestia und Persephone auf der Spur. Solveig begleitete uns in der künstlerischen Phase. Die Leinwände wurden vorbereitet: Wir
verteilten unter anderem  selbst gesammelte braune Erde und Farbpigmente großzügig mit
den Händen auf dem großen Stück Stoff und hauchten so der Leinwand Leben ein.

Die mit Farbe getränkte Leinwand tauchten wir  in das tiefblaue Meer, das sich braunrot verfärbte. Diese Vorbereitung verband mich tief mit meinem entstehenden Bild.
Die Leinwände trockneten in den Olivenbäumen im Sommerwind.

Danach kam eine Frottage – wir rieben Strukturen durch: Fliesen, Baumrinden, Ornamente.

Jede Teilnehmerin stellte dann ihre „Göttin“ in einer Gebärde dar und Solveig übertrug die Umrisse des Schattenbildes auf die Leinwand. An zwei Nachmittagen arbeiteten wir kreativ an der farblichen, sich immer wieder verändernden Gestalt. Das geschah alles im Garten - der Wind, das Wiegen der Bäume, die Natur – alles trug und inspirierte uns dabei. Es entstanden einzigartige Bilder.

Vielen Dank Solveig. Durch Dich kamen wir zu dem schönen Seminarhaus mit dem herrlichen Garten, dem direkten Zugang zum Meer, dem leckeren Frühstück, dem Olivengarten und der kreativ künstlerischen Begleitung beim Gestalten unseres
„Göttinnenbildes“. Durch Dich nahmen die zuvor getanzten Göttinnen Gestalt an.

Vielen Dank an Dich Gabi, für Deine sehr gut organisierte, durchgeplante und viele Freiräume lassende Reise. Sei es bei der morgendlichen Meditation und Yoga, der Begleitung durch den Tag, den Stunden mit den Göttinnen und ihren Charakteren und während des wunderbaren Tanzens. Ich fühlte mich immer sehr gut aufgehoben und umsorgt von Dir. Alle Teilnehmerinnen lagen Dir persönlich am Herzen. Dies konnte ich spüren und mich deshalb auch auf alles einlassen und es genießen.


Danke für diese beeindruckende, wundervolle Reise.

Das Erlebte und die gewonnenen Bilder werde ich  in meinem Herzen bewahren. Ich kann sie jederzeit abrufen, um wieder in Xifias, allem dort Erlebten und bei den Göttinnen zu sein.

Angi